Familienpolitik

Familien stärken – Angebote stärken und ausweiten

Das Familienbild in unserer Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert und ist durch Vielfalt geprägt. Wir unterstützen alle Familien, ob mit oder ohne Trauschein, alleinerziehend, getrennt lebend oder als eingetragene gleich- oder verschiedengeschlechtliche Lebenspartnerschaft. Familien leisten viel. Manche Familien sind mit Arbeit, Betreuung der Kinder, Pflege und den tagtäglichen Erledigungen sowie dem Haushalt überfordert. Sie benötigen aus unserer Sicht eine passgenaue Unterstützung. Wir möchten Familienangehörige unterstützen und entlasten, damit sie als Familie mit ihren Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen in einem liebevollen Umfeld und mit einem positiven Zukunftsbild leben können.

Daher setzen wir GRÜNEN uns unter anderem für folgende Weiterentwicklungen ein:

Ausbau flexiblerer Betreuungsangebote für Kinder

Beratungsangebote für pflegende Angehörige

bedarfsgerechte Kurzzeitpflegeangebote für zu pflegende Menschen

mehr Unterstützung, Wertschätzung und Ausbau von Selbsthilfegruppen

Entwicklung und Umsetzung von Nachbarschafts- und Quartiersprojekten

Aufbau und Ausbau von Patenprojekten

Einen besonderen Fokus wollen wir GRÜNEN auf die Situation von Alleinerziehenden legen, da dies ein wesentlicher Indikator für Kinderarmut ist. Kinderarmut in unserer heutigen Gesellschaft muss mehr in den Blickpunkt kommen und mit allen Mitteln und auf allen Ebenen beseitigt werden. Auf kommunaler Ebene setzen wir GRÜNE uns dafür ein, dass es bedarfsgerechte und sozialraumorientierte Beratungsangebote und Informationen für Alleinerziehende gibt, dass das Jobcenter mehr spezifische Angebote/Maßnahmen für Alleinerziehende entwickelt und anbietet, dass über die Wirtschaftsförderung, Verbände, Handwerkskammer, IHK etc. bei Unternehmen für mehr flexiblere Teilzeitstellen und Einstellung von Alleinerziehenden geworben wird, dass eine Ausbildung in Teilzeit weiter ermöglicht und bei Bedarf ausgebaut wird, dass es sozialraumbezogene flexible Betreuungsangebote für Kinder, gerade auch in Randzeiten wie an Wochenenden und in Ferien gibt.

Familien haben viele Gesichter

Wir GRÜNEN in Oberhausen stehen für ein solidarisches und wertschätzendes Miteinander von Jung und Alt, von Familien in ihrer ganzen Vielfalt, Singles, Kindern, Jugendlichen und Senior*innen. Alle sind Teil der bunten Mischung unserer Stadtgesellschaft. Bei uns leben Menschen mit unterschiedlicher sozialer, kultureller und religiöser Herkunft sowie unterschiedlichen Lebensstilen und -gewohnheiten. Wir GRÜNENsetzen uns dafür ein, dass alle Oberhausener*innen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – unabhängig von Alter, Einkommen, Herkunft, Milieu, Bildungsstand, sexueller Orientierung oder Geschlecht. Auf dieser Grundlage gestalten wir unsere Politik für Oberhausener*innen.

Öffentlicher Raum – ein sicherer Ort für Kinder

Die Gestaltung des öffentlichen Raums muss auf viele Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Über viele Jahrzehnte wurde die Planung von Flächen und Wegen auf die Anforderungen eines immer stärker werdenden Autoverkehrs ausgerichtet. Wir GRÜNEN sind aber der Meinung, dass alle Menschen, die sich im öffentlichen Raum bewegen, sich dort wohlfühlen, Platz haben und sicher sein sollen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Kindern, den gefährdetsten Verkehrsteilnehmenden.

Sie sollen sichere und großzügige Areale erhalten, von denen sie nicht durch parkende oder fahrende Autos verdrängt oder gefährdet werden. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche genügend wohnortnahe Flächen zur Verfügung stehen – gestaltet und ungestaltet – die die Möglichkeit bieten, sich auszutoben und zu spielen.

Wir GRÜNEN wollen Stadtplanung entsprechend gestalten und verstärkt auch die Kinder und Jugendlichen an der Planung mitwirken lassen.

Für uns ist es wichtig, dass bereits Kinder Demokratie erlernen und erleben. Wir GRÜNEN fordern, Kinder bereits am demokratischen Leben und in Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Offene Kinder- und Jugendarbeit – mehr als nur Freizeitbeschäftigung

Die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Veränderte Schulstruktur, höhere Anforderungen, Ganztagsschulen und Digitalisierung bestimmen einen großen Teil der Zeit. Daher ist es wichtig, gute Kinder- und Jugendangebote für die Freizeit zu machen und Unterstützungsangebote, wenn Schwierigkeiten auftreten oder Orientierung benötigt wird. Wir GRÜNEN wollen ein zeitgemäßes und bedarfsorientiertes Angebot in Oberhausen sicherstellen. Vorhandenes soll überprüft werden und auf dieser Grundlage sollen Erweiterungen und neue Angebote entstehen. Räume müssen dafür geschaffen und neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel mehr mobile Jugendarbeit vor Ort, erschlossen werden
 Bei allen Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen ist es für uns GRÜNEN wichtig, dass die Menschen, um die es geht, von Anfang an beteiligt werden – nach dem Grundsatz „Nicht ohne uns über uns“.
 

Menschen mit viel Lebenserfahrung – ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft

Viele Senior*innen erfreuen sich guter Gesundheit, sind in Kultur und Sport aktiv und engagieren sich ehrenamtlich. Damit sie aktiv bleiben können und noch mehr Menschen ein Angebot für die Teilnahme am gesellschaftlichem Leben gemacht werden kann, wollen wir GRÜNEN Angebote für Senior*innen sichern und ausbauen. Dies sehen wir als beste Prävention der Gesundheitsvorsorge und gegen Alterseinsamkeit.

Ein wichtiges Element ist in diesem Zusammenhang die Quartiersplanung. Eine Versorgung mit dem nötigen Alltagsbedarf und Dienstleistungen sowie medizinische und pflegerische Infrastruktur soll wohnortnah möglich sein. Um ein Quartier lebendig zu gestalten, muss nicht nur auf die Bedürfnisse einer Gruppe geachtet werden. Ein möglichst vielfältiges Angebot für verschiedene Gruppen der Gesellschaft trägt dazu bei, dass Generationen miteinander im Gespräch bleiben und soziale Interaktion auch Menschen aus der Isolation holen kann. Für gemeinsame Wohnprojekte, wie zum Beispiel Mehrgenerationenhäuser, machen wir GRÜNEN uns stark.

Das Beste von Anfang an – Kitas und Betreuung als Orte der Geborgenheit und Bildung

Ein sozial gerechtes und leistungsstarkes Bildungswesen beginnt bereits in der Kindertagesstätte oder bei der Kindertagesbetreuung. Wir GRÜNEN möchten, dass bereits dort Kinder ermutigt, gefördert und gestärkt werden – unabhängig von Herkunft und Elternhaus. Daher ist eine hohe Qualität, das gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher sowie eine zeitgemäße Ausstattung der Räumlichkeiten unser Anspruch.

Grundsätzlich wollen wir GRÜNEN, dass die Betreuung kostenfrei angeboten wird, allerdings ist die Qualität der Angebots, d.h. ausreichende Personalausstattung (Erzieher*innen-Kind-Schlüssel), stetige Weiterqualifizierung des pädagogischen Personals und adäquate räumliche Ausstattung vorrangig zu gewährleisten.

Auch die Anzahl der Betreuungsplätze ist weiter auszubauen. Daher fordern wir GRÜNEN, dass bei Quartiersplanung und Neubauprojekten Kinderbetreuungsangebote mitberücksichtigt werden.
 Bereits bei der Bildung und Betreuung der Kleinsten setzen wir GRÜNEN auf ein umfassendes Inklusionsverständnis. Kitas sind die ersten institutionellen Lernorte für Kinder. Unser Ziel ist eine bessere Ausstattung der Eingliederungshilfen für Kinder mit besonderem Förderungsbedarf, sowohl bei der Assistenz als auch den pädagogischen Hilfen. Ebenso die alltagsintegrierte Sprachförderung für Kinder mit zusätzlichem Bedarf soll weiterhin fester Bestandteil der frühkindlichen Bildung in KiTas bleiben. Wir GRÜNEN fördern innovative Konzepte für inklusive Kindertageseinrichtungen.

Was brauchen die Menschen in Oberhausen? – Daten, Analyse, Handeln

Um gezielt Bürger*innen unterstützen zu können, muss man wissen, wie viele Menschen sich in Oberhausen in was für Lebenssituationen befinden. Dazu braucht es ein regelmäßiges und umfassendes Berichtswesen. Ohne solche Kenntnisse und Zahlen kann Politik und Verwaltung nicht gezielt Unterstützung leisten und negativen Entwicklungen entgegentreten. Wir GRÜNEN wollen daher, dass der Familienbericht alle drei Jahre aktualisiert und in einem breiten Beteiligungsprozess diskutiert wird. Hilfreich dafür sind auch regelmäßige Sozialraumanalysen, die tiefere und kleinteiligere Erkenntnisse über die Einwohner*innenstruktur in einzelnen Quartieren liefert. Dazu fordern wir eine Neubelebung des Oberhausener Bündnisses für Familie.