Gender

Gendergerechtigkeit – mehr als eine Frage des guten Geschmacks

Wir GRÜNEN in Oberhausen setzen uns schon lange dafür ein, dass alle Menschen in der Stadt – unabhängig von ihrem Geschlecht und der individuellen Lebenslage – die gleichen Chancen haben. Unsere Verantwortung, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zu fördern und bestehende Benachteiligungen und Diskriminierungen abzubauen, möchten wir durch die Unterzeichnung der EU-Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern bekräftigen und sie auf weitere Geschlechtsidentitäten übertragen. Wir streben einen gendergerechten städtischen Haushalt an. Das bedeutet, dass städtische Ausgaben auf Geschlechtergerechtigkeit geprüft werden.
 Wichtig ist uns eine gute Infrastruktur im Anti-Gewaltbereich. Wir haben in Oberhausen mit der Frauenberatungsstelle und dem Frauenhaus erfahrene Akteurinnen, die seit Jahrzehnten professionelle Arbeit auf diesem Gebiet leisten. Sie gilt es zu unterstützen und ihnen Finanz- und damit Bestandssicherheit zu bieten. 

Außerdem plädieren wir GRÜNEN für eine paritätische Besetzung in Rat, Ausschüssen und Gremien.

Im Vorstand unseres Kreisverbandes sowie in der Fraktion bei den Ratsmitgliedern ist die Besetzung quotiert. Dies garantiert Frauen eine faire Verteilung von Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten.

Solange in unserer Gesellschaft Macht, Verantwortung und Arbeit nicht ausgewogen auf die Geschlechter verteilt sind, halten wir die Quote für unerlässlich, wobei Personen, die im Personenstandsregister als „divers“ eingetragen sind, frei entscheiden können, ob sie divers auf Männer- oder Frauen-Listenplätzen kandidieren.

Frauen* am Rande der Gesellschaft verdienen einen besonderen Schutz und Fürsorge. Obdachlose Frauen* sind einer erhöhten Gefahr durch Gewalt ausgesetzt und brauchen spezielle, auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Unterstützung.

Wir GRÜNEN wollen daher in Oberhausen ein spezielles Hilfsangebot für obdachlose Frauen* aufbauen. Eine Beratungsstelle und aufsuchende Sozialarbeit vor Ort soll ihnen helfen, sich aus der Obdachlosigkeit zu befreien. Bei Problemen soll es Ansprechpartner*innen geben, die sich mit der besonderen Situation dieser Frauen* auskennen, diese beraten und Hilfestellungen geben können. Im Wohnungsbau muss darauf geachtet werden, dass die gebauten Häuser auch Ansprüchen von Alleinerziehenden gerecht werden. Überdurchschnittlich viele Alleinerziehende beziehen eine Grundsicherung und sind so nicht in der Lage, hohe Mieten zu bezahlen. Gleichzeitig haben sie größeren Platzbedarf aufgrund der Kinder, die mit im Haushalt leben.

Bei Senior*innen ist der Platzbedarf geringer. Dafür haben sie spezielle Bedürfnis, die in der Regel mit körperlichen Einschränkungen zu tun haben. Wir GRÜNEN möchten, dass bei Planungen von neuem Wohnraum Menschen mit diesen besonderen Bedürfnissen beachtet werden und genügend bzw. passender Wohnraum für sie zur Verfügung gestellt wird. Dies muss bei Verhandlungen mit Investoren berücksichtigt werden.

Menschen, die schwul, lesbisch, bisexuell, transgender oder intersexuell sind, müssen immer noch mit Vorurteilen und Anfeindungen bis hin zu körperlichen Angriffen rechnen. Nur weil homosexuelle Paare inzwischen heiraten können und LSBTTIQ*-Menschen vor allem in den Medien sichtbarer geworden sind, heißt das nicht, dass sie von allen als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden.

Daher ist es wichtig, diese Menschen vor allem in ihrer Phase von Selbstfindung, Zweifel und Coming-Out zu unterstützen und Angebote zu machen, bei denen sie aufgefangen und begleitet werden.

Wir GRÜNEN wollen daher Angebote wie no.name sichern, bekannter machen und außerdem das Angebot für diesen Personenkreis im Bereich Jugend- und Sozialarbeit garantieren und ausbauen.