Mobilität

Verkehrspolitik – Mehr Gerechtigkeit und Sicherheit für alle

Nicht nur angesichts des Klimawandels ist die Veränderung unserer Mobilität eines der wichtigsten Themen der GRÜNEN. Bessere Luft, mehr Ruhe, bessere Aufenthaltsqualität in der Stadt, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen sind zentrale Ziele. Seit Jahrzehnten war Verkehrspolitik fast ausschließlich auf Kraftfahrzeugverkehr ausgerichtet. Wir wollen, dass auch andere Verkehrsteilnehmer*innen Platz und Sicherheit im öffentlichen Raum erhalten. Eine intelligente Beleuchtung von Fuß- und Radwegen, insbesondere abseits der Straßen, kann zum Sicherheitsgefühl der Verkehrsteilnehmer*innen und zur Akzeptanz dieser Wege außerhalb der Tageslichtzeiten beitragen.

Wir lehnen den Ausbau des Autobahnkreuzes im Sterkrader Wald ab. Wir brauchen nicht mehr Straßen, die mehr Autos anlocken – wir brauchen einen besseren öffentlichen Nahverkehr. Dort muss mehr Geld investiert werden.

Bus und Bahn muss besser sein als das Auto

Der öffentliche Nahverkehr soll attraktiver werden. Dafür wollen wir GRÜNEN das ÖPNV-Netz ausbauen und die Taktung erhöhen, um die Nutzung von Bus und Bahn attraktiver zu machen. Außerdem stehen wir für eine Stadtgrenzen überschreitende Vernetzung der Bus- und Bahnlinien in NRW und damit auch für den Bau der Linie 105 nach Essen. Wir GRÜNEN wollen uns auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass die Nutzung des ÖPNV für die Nutzer*innen kostengünstiger wird. Unsere Vision ist dabei langfristig eine kostenfreie Nutzung. Im ersten Schritt wäre ein 1 Euro VRR-Tagesticket eine sinnvolle Option. Der Ausbau von Mobilitätsstationen ist ein wichtiger Baustein, um den Übergang von Öffentlichem Nahverkehr zu Individualverkehr reibungslos zu gestalten.

Radverkehr – schnell – sicher – komfortabel – gesund

Radfahren ist gut fürs Klima, für die Gesundheit und reduziert den Lärm in der Stadt. Daher muss auch in Oberhausen das Angebot für Radfahrer*innen verbessert werden. Nicht nur für Freizeitfahrer*innen, sondern vor allem für das Alltagsradeln soll die Stadt fit gemacht werden. Wir GRÜNEN wollen den massiven Ausbau von Fahrradangebots- und Schutzstreifen sowie die Einführung von Fahrradstraßen, um dem Radverkehr mehr Raum zu geben und ihn sicherer zu machen. Im Stadtgebiet fehlen sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Dies stellt eine zusätzliche Hemmschwelle für den Umstieg aufs Rad dar. Daher wollen wir GRÜNEN, dass Parkhäuser und Garagen für Fahrräder zentral und dezentral errichtet und betrieben werden. Extra Fahrradampeln auf Sichthöhe sowie Fahrradhaltegriffe an Ampeln sollen stadtweit ergänzt werden. Eine grüne Welle für Radfahrer*innen soll dort, wo es möglich ist, eingeführt werden sowie Express-Radrouten durch die Innenstadt und zu Nachbarstädten können den Radverkehr bequemer und alltagstauglicher machen. Bei jedem Bauprojekt soll auf die Belange von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen geachtet, ihnen Raum eingeräumt und mehr Sicherheit geschaffen werden.
 Deshalb unterstützen wir GRÜNEN die Forderung des Bündnisses „Oberhausen sattelt um“ und beteiligen uns aktiv an der Kampagne.

Durch eine separate Fahrradstraße, parallel zur Mülheimer Straße, sollen die Fahrräder eine sichere Wegstrecke erhalten. Hierzu sollen die Elsa-Brandström-Straße, dann im Versatz die Düppelstraße zu Fahrradstraßen gewandelt werden.

Zu Fuß geht auch

Wir GRÜNEN setzen uns für intakte, passgenaue und barrierefreie Gehwege ein. Vorhandene und neu anzulegende Gehwege werden so gestaltet, dass sie auch von Kinderwagen, Rollstühlen, Rollatoren, Kleinkindern und Menschen mit Gehbeeinträchtigungen uneingeschränkt genutzt werden können. Dazu müssen die vorhandenen Gehwege regelmäßig kontrolliert und bei Notwendigkeit renoviert bzw. saniert werden.

Ebenso ist bei der Gestaltung und Neuanlage von Gehwegen die Überquerung von Straßen umfassend mit zu bedenken, insbesondere Ampelschaltungen und weitere Überquerungshilfen.

Das Auto nicht länger bevorzugen – E-Mobilität schneller ausbauen

Der motorisierte Individualverkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Folgen sind eine hohe Feinstaub- und Lärmbelastung, Verdrängung und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer*innen sowie Verbrauch öffentlicher Flächen für den Kraftverkehr. Wir GRÜNEN wollen, dass ein Teil der Flächen wieder für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen nutzbar gemacht wird, dass öffentlicher Raum wieder mehr Aufenthaltsqualität bekommt. Dafür sollen Autofahrer*innen animiert werden, ihr Auto öfter stehen zu lassen und den öffentlichen Nahverkehr, das Rad zu nutzen beziehungsweise kurze Wege zu Fuß zurückzulegen.

Der motorisierte Lieferverkehr soll durch Sammelstellen und umweltfreundliche Innenstadttransporte eingedämmt werden. Auch wenn E-Autos vielleicht nur eine Übergangstechnologie sind, ist es wichtig, diesen eine gute Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und mehr Menschen dafür zu begeistern.

Der Ausbau von Ladestationen im öffentlichen und privaten Bereich sowie die Förderung von E-Mobilität im öffentlichen und privaten Bereich sind dafür unerlässlich.

Um einen schnellen Effekt zu erzielen, wollen wir GRÜNENauf Oberhausener Stadtgebiet ein Tempolimit von 40 km/h einführen. Dort, wo es sinnvoll ist, auch 30 km/h.

Wegen der immer stärkeren Bedeutung der innerstädtischen Mobilität, einer nötigen Verkehrswende und der dadurch wichtigen politischen Steuerung der Prioritäten, wollen wir GRÜNEN zukünftig einen Mobilitätsausschuss als Ratsgremium einsetzen. Dieser soll gleichzeitig den bestehenden Umweltausschuss entlasten und sich mit allen relevanten Mobilitätsthemen beschäftigen.