Schule

Gute Bildung – Chancen für alle von Anfang an

Bildungspolitik ist für uns GRÜNEN stets auch Zukunftspolitik. Wir setzen uns für ein zeitgemäßes Bildungssystem in Oberhausen ein. Der Schulträger hat unserer Meinung nach dafür zur sorgen, dass unsere Kinder in lebenswerten Umgebungen gut und modern ausgestattet lernen können. Der Schulträger hat zu berücksichtigen, dass Bildung nicht erst in der Grundschule beginnt, sondern bereits in der Kindertagesstätte. Das Recht auf Bildung endet nicht mit dem Schulabschluss.

Bildung ist ein Recht für alle – in allen Altersgruppen und Lebenslagen. Dabei sind sowohl Chancengerechtigkeit als auch Chancengleichheit für uns stets zu pflegende Werte. Um diese in den Kindertagesstätten, Grundschulen, weiterführenden Schulen, den Berufskollegs und im Rahmen der Volkshochschule (VHS) bereit zu halten, ist für uns der permanente Austausch mit den handelnden Akteur*innen unerlässlich.

Bildung ist ein Bereich, der eben alle angeht und deshalb von allen Interessierten aus- und mitgestaltet werden soll.

Ausstattung von Schulen

Personalangelegenheiten für Schulen obliegen dem Land NRW. Wir als Kommune können aber dafür sorgen, dass unsere Bildungseinrichtungen so attraktiv für Lehrer*innen sind, dass sie gerne in diesen arbeiten möchten. Daher fordern wir, Mitgestaltungsmöglichkeiten von Schüler*innen und Lehrkräften hinsichtlich der schulischen Umgebung, nachhaltige Sanierungen und gut geplante Neubauten für Oberhausen, die morgen nicht schon wieder veraltet sind.
 Eine “Kultur des Behaltens” im schulischen Regelsystem wird bisher nicht ausreichend gelebt. Damit ist die viel zu hohe Zahl von Schüler*innen gemeint, die Jahr für Jahr in der Schulform herabgestuft werden und somit ihre Schule verlassen müssen. Nicht zuletzt deswegen befürworten wir das gemeinsame Lernen.

Damit wollen wir solche Konflikte, die individuelle Biografien teils schwer langanhaltend belasten, so klein wie möglich halten.
 Dependance-Lösungen, also vorrangig weiterführende Schulen mit mindestens zwei Standorten im Stadtgebiet, begleiten wir weiterhin kritisch und aufmerksam, um zu erkennen, wann und wie es möglich ist, auf einen Dependance-Standort zu verzichten bzw. beide Standorte durch Neubauten zusammenzulegen. Zwar gibt es durchaus Vorteile, wenn Unter- von Mittel- und Oberstufe getrennt sind, aber die Nachteile überwiegen dahingehend, wenn die Standorte zum Beispiel zu weit auseinanderliegen.

Für uns GRÜNEN sind Dependancen ökonomisch und ökologisch nicht mehr zeitgemäß. Der Bustransfer von Schüler*innen und das Pendeln der Lehrkräfte würden entfallen. Zusätzliche Belastungen wollen wir dem pädagogischen Personal nehmen, was auch im Sinne der Schüler*innen, also unseren Kindern ist.

Politische Teilhabe für Kinder ermöglichen

Mit der Einrichtung des Jugendparlamentes haben wir die politische Teilhabe von Jugendlichen entscheidend vor Ort gestärkt. Diese Stärkung gilt es nicht nur strukturell, sondern auch öffentlichkeitswirksam und – wenn von den Jugendlichen gewünscht – ebenso beratend zu gewährleisten.

Um auch Kindern Teilhabe zu ermöglichen, unterstützen wir GRÜNEN die Einrichtung von Schüler*innenparlamenten im Primarbereich und werden an den Schulen entsprechend dafür werben. Hierdurch wird Kindern im Grundschulalter ermöglicht und somit vermittelt, dass sie sich an Entscheidungsprozessen – wie bei der Umgestaltung des Schulhofes – aktiv beteiligen können.

Wir sind der Ansicht, dass dies eine Stärkung der Selbstwirksamkeit darstellt, Grundschüler*innen positiv verantwortungsvoll an ihr Umfeld bindet und nicht zuletzt das Demokratiebewusstsein schult.

 Offener Ganztag als Bildungsanspruch

Wir befürworten den Nachmittagsbetrieb an allen Schulen, denn dies ist ein wichtiger Baustein innerhalb des schulischen Angebots. Im Primarbereich guckt Oberhausen auf ein regelrechtes Erfolgsmodell, was die Annahme des Angebotes belegt. Wir wünschen uns zudem ein gelungenes Ganztagsangebot für die Sekundarstufe I an allen Oberhausener Schulen.
 Dabei verstehen wir GRÜNEN den Offenen ebenso wie den Gebundenen Ganztag als Bildungsangebot und nicht nur als reine Nachmittagsbeaufsichtigung. Die regelmäßige Teilnahme kommt dem Bildungsanspruch entgegen.

Digitalisierung in der Schule energisch vorantreiben

Wir treten für die Digitalisierung und somit auch angestrebte Vereinfachung von Anmeldeverfahren an Schulen ein. Die digitale Weiterentwicklung ist unerlässlich für die Arbeit in allen Bereichen von Schule – von der Verwaltung bis in die Klassen. Digitale Interaktion zwischen Schüler*innen und Lehrkräften soll Standard sein. Zuverlässiges WLAN mit ausreichender Bandbreite ist hierfür eine Voraussetzung. Daher ist es wichtig, die Medienkompetenz zu stärken. Ein Medienführerschein für alle Oberhausener Schüler*innen und ihre Eltern sollte über die Schule organisiert erwerbbar sein. Mit dieser Eignung für alle können digitale Medien, besonders im Bereich Social Media, reflektiert genutzt werden.

Dies ist vor allem wichtig, um negative Auswirkungen wie Fake News oder Cybermobbing enttarnen zu können und einen kompetenten Umgang damit zu ermöglichen. Die Corona-Krise hat an den Oberhausener Schulen die mangelhafte digitale Infrastruktur verstärkt ans Tageslicht befördert. Auch wenn viele Schulen auf E-Learning umgestellt haben, gibt es keinen einheitlichen Standard, kein flächendeckendes pädagogisches Konzept.

Und auch wenn die Erfahrungen der Oberhausener Schüler*innen beim Homeschooling stark auseinandergehen dürften, lässt sich schon jetzt eines mit Bestimmtheit sagen:

Das Coronavirus wird die Oberhausener Bildungslandschaft stärker prägen als alles, was Bund und Länder in den letzten Jahren in Sachen E-Learning beschlossen haben. 

Grundsätze für eindigitales und didaktisches Konzeptschaffen und danach handeln

Wir GRÜNEN wollen daher in den nächsten zwei Jahren die Grundlage für die technische Ausstattung der Oberhausener Schulen zeitgemäß ausbauen und ein verbindliches didaktisch-methodisches Rahmenkonzept im Rahmen der Bildungsplanung auf den Weg bringen.

Dieses Konzept ist unter Einbeziehung von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern zu erstellen und mit dem Schulträger abzustimmen. Es enthält Standards auch zur technischen Ausstattung von Schulen. Die Ausstattung der Schulen erfolgt nach für sie transparenten Kriterien und berücksichtigt schulindividuelle Herausforderungen.

Die Beschaffung orientiert sich dabei an Nachhaltigkeitskriterien wie Nachrüstbarkeit, Zukunftsfähigkeit, möglichen Reparaturen und Wiederverwendung.

Gleichzeitig muss Bund und Land im Rahmen einer größtmöglichen Lehrmittelfreiheit für die Finanzierung der Hardware sorgen, damit Oberhausen als Schulträger diese Aufgabe nicht aus eigenen Haushaltsmitteln stemmen kann.

Ebenfalls setzen wir uns dafür ein, dass die Lehrkräfte vom Dienstherrn mit der jeweils notwendigen Hard- und Software ausgestattet werden. Schüler*innen und Lehrkräften muss ein leistungsfähiger technischer Support zur Verfügung gestellt werden.

Natur- und Umweltbewusstsein fördern

Da unsere Welt stetig digitaler wird, ist es umso wichtiger, auch Analoges zu pflegen. Wir GRÜNEN wünschen uns sowohl für Kindertagesstätten als auch für Schulen eine positiv ge- und erlebte Naturpädagogik. Diese kann bereits durch die Möglichkeit von gelegentlichen Freiluft-Klassen beziehungsweise -gruppen geschaffen werden.

Ebenso der nachhaltige und bewusste Umgang mit unseren Ressourcen gehört in den Wertekatalog von Kindertagesstätten, Schulen und dem Offenen Ganztag. Fairtrade-Schulen haben in diesem Zusammenhang Vorbildcharakter. Wir befürworten eine gesunde, schmeckende Schulverpflegung, die den Geldbeutel nicht belastet.