Stadtentwicklung

Stadt(teil)entwicklung – zukunftsorientiert und qualitätsvoll

Wir GRÜNEN stehen für eine lebenswerte und nachhaltige Stadtentwicklung. Stadt ist mehr als Handels- und Wirtschaftszentrum, Verwaltungsbereich oder Adresse auf dem Briefumschlag. Stadt ist im besten Fall Heimat und der Ort, an dem man sich wohl und zu Hause fühlt. Dies wird sicher durch die Menschen geprägt, mit denen man zusammenlebt, aber auch entscheidend durch die Infrastruktur, die Wohnmöglichkeiten, die Aufenthaltsqualität, die Verkehrssituation und die Freiräume, die den Menschen zur Verfügung stehen. Wir GRÜNENwollen darauf hinwirken, dass der öffentliche Raum wieder den Menschen zurückgegeben wird, dass Bebauung nicht nur wirtschaftlichen Zielen dient und Flächen nicht vorrangig dem fließenden und ruhenden Verkehr zur Verfügung gestellt werden.

Bauen neu denken – Mehr als Stein auf Stein

Wir GRÜNEN wollen keine neuen Baugebiete an den Stadträndern ausweisen. In den Innenstädten können nicht genutzte verfallende Gebäude abgerissen werden, um Frischluft- und Grünschneisen zu schaffen, an geeigneten Stellen soll dann eine Nachverdichtung mit modernen Gebäuden erfolgen.
 Aber auch den Altbestand müssen wir angehen. In der energetischen Sanierung der 1950er und 60er Jahre-Bauten liegt eine enorme Chance den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Hier fordern wir die Unterstützung von Land und Bund ein.

Baukultur – identitätsstiftend, bewahrend, innovativ

Für die Zukunft einer Stadt ist es wichtig, dass junge Menschen sich mit ihr identifizieren und auf Dauer bleiben wollen bzw. sich die Stadt als zukünftigen Wohnort aussuchen. Dies ist einerseits immer von Arbeitsmöglichkeiten abhängig. Andererseits braucht es eine gute Infrastruktur, ein attraktives und vielfältiges Kulturleben, gutes Wohnraumangebot für verschiedene Bedürfnisse und Geldbeutel. Die Bürger*innen sollen sich mit Oberhausen identifizieren können. Dafür muss ihre Umgebung zum Wohlbefinden beitragen.

Daher wollen wir GRÜNEN Quartiere als kleine Einheiten einer Stadt attraktiv machen und dort, wo ein gutes Quartiersleben bereits stattfindet, unterstützend wirken. Eine Infrastruktur, die die Menschen im Quartier benötigen (KiTas, Pflegedienste und -einrichtungen, Nahversorgung etc.) sowie Wohlfühlräume wie Grün- und Aufenthaltsflächen, sollen bei Quartiers- und Stadtentwicklung immer mitgedacht werden. Angsträume können durch Belebung des öffentlichen Raums beseitigt werden.

Baukultur trägt wesentlich zur Lebensqualität bei. Sie macht eine Stadt oder ein Quartier unverwechselbar und ist identitätsstiftend. Daher ist es wichtig, nicht einfach nur zu bauen oder zu sanieren, sondern die speziellen Bedürfnisse der Menschen und der jeweiligen Umgebung zu berücksichtigen. Die Stärkung von lokalen Initiativen und des Gestaltungsbeirates ist durch bessere Finanzierung bei mehr Projekten nötig. Gestaltungssatzungen können entwickelt werden.

Die Mitglieder des Gestaltungsbeirates sowie Bürger*innen sollten in transparenten Abwägungsprozessen bei Neubau und Sanierung im Bestand Konflikte auflösen und Entscheidungen treffen können.

Das bauliche Erbe Oberhausens stellt einen kulturellen, sozialen sowie ökonomischen Wert dar, den es zu erhalten gilt. Um architektonisch schöne oder wertvolle Gebäude oder Anlagen zu schützen und aufzuwerten, bedarf es einer besseren Ausstattung der Denkmalpflege der Stadt Oberhausen. Wir GRÜNEN wollen daher eine systematische Erfassung des baulichen Erbes und die Erstellung eines Denkmalpflegeplanes.

Auch Neues muss und soll entstehen. Eine gute Möglichkeit frische Ideen in die Stadt zu bringen, sind Wettbewerbe bei der Entwicklung von Neubebauung. Dies sollte aber nicht das identitätsstiftende Stadtbild zerstören, sondern sinnvoll ergänzen und aufwerten.

Wohnraum – Qualität und Bezahlbarkeit im Quartier

Ein grundsätzliches Problem in Oberhausen ist die zum Teil schlechte Qualität des vorhandenen Wohnungsangebotes. Viele Häuser und Wohnungen, die bezahlbar sind, sind in einem inakzeptablen Zustand. Wir GRÜNEN wollen eine detaillierte Bestandsaufnahme des vorhandenen Potenzials und nach Auswertung eine gezielte Vorgehensweise, um schlechte Bestände zu sanieren oder auch, wenn sinnvoll, Häuser abzureißen und Wohnraum mit neuen Konzepten zu erstellen. Unterstützen könnten dies örtliche Wohnungsgenossenschaften, aber auch die Stadt selbst ist in der Verantwortung, aktiv mit zu entwickeln und zu gestalten, vorzugsweise in Form einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Wir GRÜNEN in Oberhausen wollen, dass die Möglichkeiten einer aktiven Grundstücks- und Bodenpolitik der Stadt ausgelotet und die Möglichkeiten des Baurechts erfasst und genutzt werden. Dies sind Aufstockung vorhandener Gebäude, Festlegung von Qualitäts- und Nutzungszielen (z. B. Klimaschutzsiedlung) und eine gleichzeitige Infrastrukturanpassung. Oberhausen könnte eigene Konzepte entwickeln und dafür Investoren suchen, so dass wirtschaftlicher Erfolg und qualitätsvolle Ergebnisse zusammenkommen.

Die Bedingungen für private Hausbesitzer*innen oder Wohnungsbaugesellschaften müssen so gestaltet werden, dass Investitionen angeregt und erleichtert werden. Genehmigungsverfahren und Anträge auf Nutzungsänderungen etc. müssen durch Digitalisierung verkürzt werden. Dabei sind immer die Quartiersstruktur und die dortigen Bedürfnisse im Blick zu halten. Unterschiedliche Quartiere haben unterschiedliche Bedürfnisse und müssen in ein gesamtstädtisches Konzept integriert werden. Analysen und Konzepte müssen daher stets den Blick auf die Gesamtstadt, die Quartiere und ggf. auf angrenzende Quartiere der Nachbarstädte haben. Im Rahmen der Förderprogramme, wie zum Beispiel „Soziale Stadt“ und „Brückenschlag“ oder Stadterneuerung, fließt Geld nach Osterfeld, Sterkrade, nach Alt-Oberhausen und Lirich und es ist möglich, stadtteilbezogen einiges in Bewegung zu setzen. Das bleiben aber letztlich Insellösungen, wenn sie nicht in einem Gesamtkonzept aufgehen.

Wir GRÜNEN setzen uns für solche Gesamtkonzepte, für bessere Vernetzung und eine ausreichende Ausstattung der Verwaltung ein.