Wirtschaft

Die Folgen der Corona-Krise haben die Wirtschaft in Oberhausen hart getroffen und nach Überwindung der Krise wird vieles im Vergleich zu vorher verändert sein. So werden die neuen digitalen Formen der Zusammenarbeit sicherlich weiterhin selbstverständlicher genutzt werden als vor der Krise.

Trotz aller berechtigter Sorgen können die guten Kennzahlen der Oberhausener Wirtschaft aus 2019 aber auch Mut machen. Die Erfolge der letzten Jahre können die Grundlage dafür sein, dass die Wirtschaft in der Nach-Corona-Zeit in die Erfolgsspur zurückfinden kann.

Strukturwandel – ist das nicht längst abgeschlossen?

Das gesamte Ruhrgebiet und damit auch Oberhausen ist eine vom Strukturwandel betroffene Region. Früher haben der Bergbau und die Stahlindustrie Tausende von Arbeitsplätzen bereitgestellt und für wirtschaftlichen Aufstieg der Region und Auskommen für die Menschen gesorgt. Bergbau und Stahlindustrie spielen hier seit vielen Jahren keine oder nur noch eine sehr untergeordnete Rolle auf dem Arbeitsmarkt.

Der Weg hin zu anderen Wirtschaftszweigen oder Arbeitsmöglichkeiten ist aber auch nach so langer Zeit nicht abgeschlossen. Noch immer ist die Region eine der strukturschwächsten in Deutschland.

Wir GRÜNENsetzen uns für eine ökologische und soziale Erneuerung unserer Wirtschaftsweise ein. Die Ansiedlung nachhaltiger Unternehmen soll aktiv gefördert werden und die Stadt damit für solche Unternehmen attraktiv gemacht werden. Die kommunalen Rahmenbedingungen sollen dabei ökonomisch sinnvoll, sozial und ökologisch vernünftig gestaltet werden.

Daher muss die Wirtschaftsförderung von Oberhausen sich auf mittelständische Unternehmen und Existenzgründungen konzentrieren. Durch deren Vielfalt wird die wirtschaftliche Tätigkeit vor Ort auf eine breite Basis gestellt und ist weniger krisenanfällig.

Die Stadt als Kundin – öffentliche Aufträge

Die Stadt und ihre Tochtergesellschaften sind große Arbeitgeber* innen in Oberhausen, die auch durch ihre Tätigkeiten für die Oberhausener Bürger*innen Aufträge vergeben und wirtschaftlich tätig sind. Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass solche öffentlichen Aufträge – soweit es möglich ist – an lokale Unternehmen vergeben werden, um hier vor Ort Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Das sichert Wachstum und Stabilität für diese Betriebe. Zudem sollen Ausschreibungen, so weit wie möglich, ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen.

So sollen Unternehmen vorrangig behandelt werden, die Vielfalt und Inklusion in der eigenen Belegschaft nachweislich unterstützen und ihren Mitarbeiter*innen faire Löhne zahlen.

Wir GRÜNENtreten auf allen politischen Ebenen dafür ein, dass die Kosten, die durch nicht nachhaltiges Wirtschaften für Mensch und Umwelt entstehen, vom Verursachenden getragen werden.

Dazu wollen wir auch weiterhin das Ziel des ökologischen Wirtschaftens in den überkommunalen Gremien, wie z.B. Regionalverband Ruhrgebiet, Landschaftsverband Rheinland oder dem Deutschen Städtetag vertreten.

Arbeitsplätze in Oberhausen – Ausbildung, Förderung, Umgang mit Arbeitslosigkeit

Die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit ist eine der wichtigsten Aufgaben von Politik. Neben der Möglichkeit, dass die Stadt und die Tochtergesellschaften selbst als Arbeitgeber*in auftreten, muss Kommunalpolitik im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Beschäftigungsförderung sorgen. Wir GRÜNENstehen daher für die Bereitstellung einer möglichst optimalen Bildungslandschaft, wie Schulen, Fortbildungsmöglichkeiten und Förderung.

Weiter geht es über die Bereitstellung möglichst vieler Ausbildungsplätze in der Verwaltung und der Übernahme der gut ausgebildeten Berufsanfänger*innen bis hin zur optimalen Betreuung von Arbeitslosen.

Die in Oberhausen seit langem gut arbeitenden Arbeitslosenzentren müssen auch nach der Streichung der Landeszuschüsse erhalten bleiben und dann nötigenfalls durch städtische Mittel unterstützt werden. Sozialpolitik und Beschäftigungsförderung dürfen nicht nebeneinander arbeiten – sie müssen sich ergänzen.
 Die Situation von Langzeitarbeitslosen ist durch umfassende soziale Hilfen zu stabilisieren. Hierzu sollen die zulässigen Ermessensspielräume zu Gunsten der Leistungsbezieher*innen ausgenutzt werden. Respekt und Beachtung der Würde der oder des Einzelnen ist dabei zu beachten und es ist eine Atmosphäre zu schaffen, in der das für alle Beteiligten in so einem Findungsprozess möglich ist.

Ein in den letzten Jahren immer wichtiger werdender Faktor in der Wirtschaft ist die Digitalisierung. Dies erfordert von Arbeitnehmer*innen ein immer höheres Maß an Fachwissen.

Diese Qualifikation wollen wir GRÜNENnicht nur den Unternehmen überlassen. Niederschwellige Angebote zur Fortbildung sollen möglichst mit großer Themenvielfalt für alle Bürger*innen zugänglich angeboten werden. Hierfür eignen sich Institutionen wie die VHS und die Bibliothek.